Wasserversorgung Lukonde

Übersichtskarte Afrika (Sambia)
Landkarte Sambia
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Vor wenigen Tagen erreichte uns eine neue Projektanfrage aus der Diözese Monze im Süden Sambias. Bei unserer Vereinsgründung haben wir uns „Bildung“ als vorrangiges Ziel unserer Projektarbeit gesetzt. In den letzten Jahren mussten wir erfahren, dass der Wassermangel ein so erschreckendes Ausmaß angenommen hat, dass für unsere Partner in Sambia die Versorgung mit diesem lebensnotwendigen Stoff deutlich in den Vordergrund gerückt und die Bildung leider ins Hintertreffen geraten ist. Die neue Projektanfrage macht nun einmal mehr deutlich, wie sehr beides zusammenhängt – und dass Wasserversorgung tatsächlich ein Beitrag zu mehr Bildung sein kann.

Die Region Gwembe, ca. 73 km südöstlich von Monze, ist eine der abgelegensten und am wenigsten entwickelten Gegenden der Diözese. Sie ist in vielerlei Hinsicht benachteiligt. Es ist ein Hochtal, in dem es im Sommer sehr heiß und stickig wird und dass in der Regenzeit im Morast versinkt und nur sehr schwer zugänglich ist. Die Distanzen, die (zu Fuß!) überwunden werden müssen, sind riesig. Und diese riesigen Distanzen machen Infrastruktur-Maßnahmen und Versorgung so schwierig.

Bis vor einigen Jahren gab es kleinere Flüsse und in den Regenzeiten bildeten sich Wasserbecken, aus denen die Menschen Wasser schöpfen konnten. In den letzten Jahren jedoch, insbesondere seit 2017, sind die Regenzeiten immer kürzer geworden und teils ganz ausgeblieben. Diese Wasserreservoire sind also kaum mehr aufgefüllt worden und inzwischen ganz versiegt. Wasserstellen, die zuverlässig Wasser bieten, sind nur noch in weiter Entfernung zu finden.

Meist sind es die Kinder, die zum Wasserholen ausgeschickt werden. Aus den Schulen erreichen uns Berichte, dass die Schüler oftmals verspätet zum Unterricht kommen oder gar nicht, weil sie am Morgen zunächst Wasser holen müssen. Wenn die Schüler dann in der Schule angekommen sind, sind sie kaum in der Lage sich zu konzentrieren, da sie von den weiten Wegen, erst zum Wasserholen, dann zur Schule, so müde und erschöpft sind. Zudem kommen die Schüler hungrig in die Schule. Es gibt kaum mehr die Möglichkeit zum Anbau von Gemüse, die Menschen überleben durch das Sammeln von Wildfrüchten. Überlebenswichtig für diese Menschen ist die Viehhaltung, sowohl von Kleinvieh (Hühner, Ziegen), als auch von Kühen. Das Vieh bildete das Rückgrat der Nahrungsversorgung. Das Vieh muss nun ebenfalls sehr weit zu den verbliebenen Wasserstellen getrieben werden. Einige Familien haben Vieh verloren, dass unter diesen Bedingungen nicht überleben konnte. Das verschlimmert auch für die Menschen die Versorgungslage erheblich.

Vielleicht erinnern Sie sich, dass wir im Herbst 2019 zu einer Spendenaktion als Hungernothilfe nach zwei vollständigen Dürrejahren aufgerufen haben. Ein großer Teil des damals zusammengekommenen Geldes wurde im Gwembetal ausgegeben. Ohne die Möglichkeit, mit diesem Geld importierten Mais anzukaufen und an die Menschen zu verteilen, hätte das Development Office nicht gewusst, wie es die Menschen hätte retten sollen – so hat uns unser Freund und damaliger Leiter des Entwicklungsbüros, Solomon Phiri berichtet. An dieser Stelle noch einmal ein herzlicher Dank an alle, die damals gespendet und damit das Überleben dieser Menschen gesichert haben!

Laut der UN-Konvention haben Menschen sowohl das Recht auf eine sichere Versorgung mit sauberem Trinkwasser als auch das Recht auf Bildung. Daher ist es sehr wichtig, für die Menschen in der Gemeinde Lukonde der Pfarrei Fumbo im Gwembetal eine Wasserversorgung in der Nähe zu schaffen. Gerade in Lukonde herrscht große Armut. Durch das schlechte Trinkwasser gibt es viele Krankheiten. In diesem Gebiet leben ca. 40 Familien.

Das darf man sich jedoch nicht wie ein kleines Dorf, wie man es bei uns kennt vorstellen. Die Menschen leben weit verstreut im Busch, wenige leben in Gruppen zusammen. (Man bedenke: die 14 Millionen Sambier leben in einem Land, welches 1,5 mal so groß wie Deutschland ist.) Die Menschen in diesem Gebiet müssen derzeit 2,5 km bis 5 km weit laufen, um an eine Wasserstelle zu gelangen. Die nächste Grundschule ist 6 – 7 km entfernt und zur weiterführenden Schule müssen die Kinder mindestens 8 km weit laufen.

Der Projektantrag (hier das Project Proposal) umfasst das Bohren eines min. 75 m tiefen Bohrlochs, um an Grundwasser zu gelangen. Dieser Brunnen muss mit einer Pumpe ausgerüstet werden. Denkbar ist eine Handpumpe, die schon eine Verbesserung darstellen würde. Optimal ist jedoch die Versorgung mit einer Solarpumpe. Diese kann aufgrund der klimatischen Verhältnisse problemlos das ganze Jahr über betrieben werden. Idealerweise wird ein Wassertank von ca. 5.000 L gefüllt, der auf einem 6 m hohen Metallstand errichtet wird, so dass jederzeit eine problemlose und optimale Versorgung der Menschen mit gutem Wasser möglich ist. Im Rahmen dieser Wasserstelle kann auch eine Trinkmöglichkeit für Tiere installiert werden.

Diese Maßnahme ist ein großer Schritt hin zu menschenwürdigen Lebensverhältnissen in Lukonde im Gwembetal. Wir haben unseren Projektpartnern gerne unsere Unterstützung zugesagt. Wir hoffen, dass damit die Kinder bald wieder Zeit haben, in die Schule zu gehen und dass die Versorgungslage der Familien sich wieder so verbessern kann, dass sie dem Unterricht konzentriert folgen können.

Der Projektumfang liegt bei ca. 9.000 € für das Erstellen und Sichern des Bohrlochs, der Installation einer Solarpumpe inklusive Wassertank und Wasserstelle für die Tiere.

Darüber hinaus würden wir gerne dem Development Office anbieten, die Kinder der Region mit Fahrrädern auszustatten, so dass sie zumindest in den Trockenzeiten die Schule besser und schneller erreichen können. Ein Fahrrad kann in Sambia schon für 50 € beschafft werden. Bitte helfen Sie uns, diese Mittel möglichst bald für die Versorgung dieser Menschen bereitstellen zu können. Mit der Einrichtung dieser Wasserstelle kann das Leben der Menschen nachhaltig verbessert werden, so dass sie in Zukunft nicht mehr auf Nothilfen angewiesen sein müssen. Sie helfen uns mit Ihrem Einkauf in unserem Weltladen, mit einer Mitgliedschaft in unserem Verein fair handeln e.V. und mit Spenden. Für Ihre Spende auf unser Konto DE26 3916 2980 3006 0000 10, Stichwort „Lukonde“ bedanken wir uns im Namen der Menschen in Sambia ganz besonders herzlich!

November 2021: Die ersten Arbeiten wurden ausgeführt. Das Bohrloch wurde vorbereitet und gebohrt.

Geophysikalisches Wasserorten
Bohren
Bohren

Graben eines Fundaments für den Wassertankständer
Zusammenbauen des 5 Meter hohen Wassertankständers
Aufrichten des Wassertankständers
Graben für das Wasserrohr
Pumptest

Project Proposal

Erster Bericht – November 2021